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Information

 

Verhaltenstherapie

Die Verhaltenstherapie (VT) ist ein zielorientiertes, strukturiertes Psychotherapieverfahren, das durch einen starken Gegenwarts- und Handlungsbezug sowie eine stärker wissenschaftliche Orientierung heute als eine der besten und effektivsten Methoden auf dem Gebiet der Psychotherapie gilt. Wichtige Erweiterungen erfuhr die VT in den letzten Jahren durch Ansätze der Hypnotherapie und der Akzeptanz- + Commitmenttherapie (ACT)

Die VT in ihrer modernen Form gilt heute als Standardverfahren bei der Behandlung von Ängsten und Depressionen. Aber auch für viele andere Störungen, wie z.B. Esstörungen und psychosomatische Beschwerden ( Schlafstörungen, Kopfschmerz, Rückenschmerz, Tinnitus, Bluthochdruck, u.a.) gibt es gezielte und vielfach bewährte Behandlungsansätze.

Ein wesentliches Ziel der VT ist die Hilfe zur Selbsthilfe (Selbstmanagement). Auf diese Weise sollen Patienten in die Lage versetzt werden, zukünftige Probleme oder evtl. Rückschläge alleine bewältigen zu können.

 

 

Störungsbilder

Nachfolgend werden einige häufig auftretende psychische Befindlichkeitsstörungen kurz beschrieben. Ausführliche Informationen hierzu unter ‚Weiterführende Links‘ (siehe unten)

I. Anpassungsstörungen

Eine Anpassungsstörung bezeichnet eine Reaktion auf eine einmalige oder anhaltende Belastung. Sie kann sich entweder als Störung des Sozialverhaltens (z.B. Rückzugsverhalten, Außenseiterrolle, aggressives Auftreten) oder aber als Störung der Gefühle (Angst, Depression, Hilflosigkeit, Indifferenz, Teilnahmslosigkeit) zeigen und dauert meist nur wenige Monate.

II. Angststörungen

Wenn Ängste bei einem Menschen zu häufig und/oder zu intensiv auftreten und dadurch die Lebensqualität erheblich einengen, spricht man von sog. Angststörungen. Sie zählen zu den häufigsten psychischen Beschwerden überhaupt. Man unterscheidet verschiedene Typen von Angststörungen.

a. Panikstörung:

Es kommt zu spontan auftretenden Zuständen (Dauer einige Minuten bis wenige Stunden) intensiver Angst, die sich neben einem Gefühl starker Bedrohung (Angst vor Ohnmacht; Angst zu sterben) mit körperlichen Symptomen (z.B. Herzklopfen, Schmerzen in der Brustgegend, Hitze- oder Kälteschauer, Schwitzen, Zittern, Übelkeit) äußert. In der Folge kommt es oft zu starker Erwartungsangst (‚Angst vor der Angst’).

b. Agoraphobie:

Starke Angst und mitunter Panikattacken, meist in Situationen, in denen Hilfe schlecht erreichbar oder Flucht schwer möglich ist. Häufige Angstsituationen sind z.B. Fahrten in öffentlichen Verkehrsmitteln (U-Bahn, Bus, Zug, Schiff, Flugzeug), Aufzüge, Türme, weite Entfernung von Zuhause, Menschenansammlungen, Feste, etc.  Die betroffenen Personen vermeiden daher oftmals das Aufsuchen der bedrohlichen Situationen, was die Lebensführung stark beeinträchtigen kann.

c. Soziale Phobie:

Starke Angst vor negativen Bewertungen durch andere Menschen. Die Betroffenen fürchten häufig, dass Ihnen etwas Peinliches oder Beschämendes im Beisein anderer passieren könnte (z.B. Zittern, Erröten, Schwitzen, Stottern) und meiden es, im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit zu stehen (z.B. Vorträge/Reden halten, an Diskussionen teilnehmen). Eine häufige Folge ist, dass soziale Situationen von den Betroffenen gemieden werden.

d. Zwangsstörungen:

Zwänge äußern sich vorwiegend in Form von Zwangshandlungen (z.B. häufiger Drang zum Händewaschen; Putzzwänge; Ordnungszwänge; häufige Kontrolle, ob der Herd ausgeschaltet, die Fenster geschlossen, die Wohnung abgeschlossen,  Kerzen gelöscht wurden etc.) oder Zwangsgedanken (sich immer wieder aufdrängende Gedanken, die als unsinnig erkannt werden, wie z.B. ständiges Zweifeln oder der Gedanke, ein Angehöriger könnte sterben).

III. Depressionen

Depressionen unterscheiden sich von normaler Traurigkeit durch eine zeitlich anhaltende (mindestens 2 Wochen) Stimmungseinengung (sich nicht mehr freuen können, Sinnlosigkeitserleben, Selbstzweifel, innere Leere), Antriebshemmung (alles ist sehr anstrengend, innere Lähmung, Appetitlosigkeit, Libidoverlust), Denkhemmung (Grübelzwang, Schuldgefühle), innere Unruhe und Schlafstörungen. In etlichen Fällen treten Selbstmordgedanken auf. Mitunter können sich Depressionen auch nur in körperlichen Beschwerden (‚larvierte Depression‘) ausdrücken. Depressionen sollten immer professionell behandelt werden.

 

Weiterführende Links:

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